sitz’ ich aufrecht im Bett und kann nicht schlafen”, würde Heinrich Heine wohl sagen wenn er heute noch lebte.
Sven Regeners “Rant” beim BR hat scheinbar eine lang schwelende Debatte losgetreten, über die vieles gesagt und geschrieben wurde und doch kam nichts brauchbares dabei raus. Ich wage mal eine vorsichtige Vermutung warum: weil hier tausende von Leuten durcheinander brabbeln, die zum einen eigentlich wenig Ahnung haben und zum zweiten unabhängig vom Ausgang der Debatte nichts zu gewinnen oder zu verlieren haben.
Noch schlimmer: es werden nicht nur Äpfel mit Birnen verglichen, sondern ein ganzer Obstkorb aufgemacht, Gemüse dazu geschnippelt und über diesen verunglückten Veganertraum auch noch Käsedressing ausgeschüttet.
Schauen wir uns das doch mal an, mit Glück gelingt es das alles zu entwirren und ansatzweise zu verstehen.
Der Apfel
Da sagt Regener - ein gestandener Mann, der Kunst macht (Musik und Literatur) - dass er gerne von seiner Kunst leben möchte. Das ist wohl unbestritten legitim. Er sagt auch, dass es ihn stört wenn andere seine Kunst umsonst haben wollen. Er sagt das sei nicht gerecht, das manche, die seine Werke schätzen, sie kaufen und damit zu seinem Lebensunterhalt beitragen und andere seine Werke ebenso lesen und hören aber das von den ersteren bezahlen lassen. Er beklagt auch, dass manche Künstler nicht von ihrer Kunst leben können. Er meint sicher, sie könnten es (besser) wenn alle die ihre Werke hören und lesen wollen auch dafür bezahlten. Er sagt das deutlich und - man merkt es an seiner Wortwahl (“ins Gesicht pinkeln”) - sehr authentisch.
Nur um das festzuhalten und einigen Lesern noch mal zu erklären wer Regener überhaupt ist… ich bin kein Fan von Regeners Band Element of Crime und habe keines seiner Bücher gelesen. Aber immerhin erkenne ich den Namen der Band und weiß, das einige meiner Bekannten die Musik gut finden. Das ein stadtbekannter Musik-Autist wie ich einen Bandnamen erinnert, spricht dafür, das sie zumindest ein Stück weit erfolgreich ist oder einmal war.
Die Birnen
Was kommt nun? Anerkennung, dass mal einer gesagt hat, was vielen im Kopf rumging? Nein, woher… Er wird im Netz zur Sau gemacht, durchs digitale Dorf getrieben, als dumm und als Äffchen der Plattenindustrie bezeichnet. Es folgen wirre Posts wie der von Pirat Fritz Effenberger (“…frühen Neunzigern mit meiner Band auf Tour gewesen, habs aber dann gelassen…” … Ich lebe von meiner Arbeit als Urheber, vor allem als Journalist, mit Artikeln, die zu 100 % frei im Internet zu lesen sind.” … “Nur weil jemand Kunst macht, hat er kein Recht auf Geld dafür. Er muss die Kunst verkaufen. Er muss die Leute überzeugen, ihm Geld zu geben.”), die seltsamerweise sogar gelesen und zitiert werden.
Was Effenberger nicht so ganz merkt bei seinem typisch kurzen Gegenpost: von seiner Band Tech Ahead hat mit Verlaub außer ihm selbst und den 11 Hörern bei last.fm (Stand 30. März 2012) noch kein Mensch gehört. Dagegen hat z.B. Element of Crime bei last.fm: 131 Tausend Hörer. Was er ferner nicht merkt: wer damit beschäftigt ist, Kunst zu verkaufen, hat weniger Zeit Kunst zu machen. Das geht dann entweder auf die Masse oder auf die Klasse. Vielleicht war Effenberger zu Tech Ahead Zeiten auch zu sehr damit beschäftigt das nächste Gig klar zu machen statt mal einen geilen Song zu schreiben.
Was Effenberger auch nicht gemerkt hat: Es gab schon viele “gute alte Zeiten”, in der Künstler ihre Kunst verkauften und die Leute überzeugten ihnen Geld zu geben. Im Florenz der Renaissance zum Beispiel: typische Karriere hier war einem Fürsten schmeicheln, von ihm bezahlt werden und hoffen, dass man nicht in Ungnade fällt. Oder in der DDR: hier wurden Künstler Mitglied eines Künstlerverbandes und sicherten sich Aufträge staatlicher Betriebe und Organe. Auch hier musste man als Künstler lange baggern und anschließend hoffen, nicht in Ungnade zu fallen. Was in Florenz sehr gute Ergebnisse brachte, ging doch in der DDR gründlich schief. Ich bin auch Kunst-Autist, liebe es aber Gemälde von Renaissancekünstlern anzuschauen und bezahle dafür auch unverschämt teure Eintrittsgelder. Der Bauernkunst am Bau meiner ostdeutschen Wahlheimat kann ich mich dagegen immer noch nur mit Abscheu nähern. Beim “zweitschlechtesten Abitur seines Jahrgangs und anschließender Drogenkarriere” sei Effenberger diese Ignoranz aber verziehen. Vielleicht lag es ja auch nicht an Unwissenheit sondern einfach daran, dass er sich für seinen Post nicht so viel Zeit genommen hat.
Der Rest vom Obstkorb oder das unglückliche Timing der Tatort-Autoren
Und wieder brabbeln die Tausendschaften weiter. Das alles passiert im Netz in Überlichtgeschwindigkeit, wird darüber hinaus zwar wahrgenommen, mehr aber auch nicht. Der Furz war grade am verfliegen, da kamen die Tatort-Autoren.
Zu schnell oder zu langsam, keine Ahnung: sage und schreibe 51 Tatort-Autoren melden sich zu Wort und wiederholen Regeners Aussage sinngemäß und mit gewählterer Ausdrucksweise. Sie müssen sich wirklich nicht wundern, anschließend geschmäht zu werden. Sie sind ins Haifischbecken gesprungen und wurden gefressen. Das Netz ist gnadenlos, wenn einer was sagt, dass den Brabblern nicht passt. Dann wird er rund gemacht und danach knallhart durch ein eckiges Loch geprügelt.
Und jetzt, Achtung, kommt dazu noch der CCC. Der ehrwürdige Chaos Computer Club stellt 51 (Achtung, Zahlenmystik) Hacker ab, die einen Gegenbrief an die Tatort-Autoren schreiben. Denn auch sie seien “Urheber, sogar Berufsurheber, um genau zu sein… Programmierer, Hacker, Gestalter, Musiker, Autoren von Büchern und Artikeln, bringen gar eigene Zeitungen, Blogs und Podcasts heraus.” Und sie kämen ohne Gema aus… und Verlage und so’n Zeugs für alte Leute und sonstige “prädigitale Ignoranten mit Rechteverwertungsfetisch”. Denn Software als urhebergeschütztes Werk vermarktete sich super auf der Basis von Werkverträgen oder unter Anstellung oder ganz umsonst und machte so, Achtung, mehr Umsatz als Musik oder Bücher mit den ganzen Verlagen und dem anderen Zeugs was keiner brauchte. Patente seien böse (da stimme ich bezogen auf Software voll und ganz zu, ansonsten aber nicht), das Urheberrecht brächte letztlich das schändliche, tyrannische Abmahnwesen hervor und noch eine ganze Menge anderer grade mehr oder weniger aktueller Aufreger wie DRM, Kulturflatrate, die Gebühren und lustiger pop-kultureller Bezüge (“Demolition Man”… Demolition Man, ernsthaft?).
Ich glaube ich bin nicht der einzige der gemerkt hat, dass hier wieder Äpfel und Birnen in dem bunten Korb waren, oder? Software ist eine tolle Sache, hier bin ich zufällig kein kompletter Autist sondern immerhin fortgeschrittener Amateur, daher erlaube ich mir mal eines klar zu stellen: Software ist keine Kunst, keine Musik und keine Literatur. Code kann zwar schön und elegant sein, und ich bewundere das. Aber im Unterschied zur Kunst kauft kein Arbeitgeber oder Auftraggeber schönen Code. Der kauft, dass wenn man wo klickt, dann auch das passiert was man will das passiert.
Zweiter Unterschied - und hier kommen die Trivialpatente, die in der EU doch Gott lob eh nicht existieren: wenn ich da klicke und dann das passiert was passieren soll dann kann es sein, dass das im Code abc geschrieben ist… oder xyz… oder cba… teilweise ist das scheiß egal. Da zieht auch kein Patent auf abc, ich kann ja auch auf dem Weg xyz ans Ziel kommen. Aber versucht jetzt mal bei Beethovens Neunter die Noten zu vertauschen oder bei einem Element of Crime Song oder verratet beim Tatort doch mal den Mörder gleich am Anfang. Das geht nicht… das ist dann kaputt. Das ist Kunst, nicht austauschbar, unverwechselbar, einzigartig…
Dritter Unterschied: ich kann im Extremfall als Softwareschreiber drei Auftraggebern den exakt selben Code drei mal komplett in Rechnung stellen und selbst wenn die Auftraggeber das wissen stört es sie nicht mal so sehr. Die haben ja keine andere Wahl als die Rechnung zu bezahlen, sonst klickt da nichts. Aber stellt euch mal vor, Element of Crime würde behaupten einen neuen Song zu haben und dann einen alten auf ‘ne Scheibe pressen. Geht nicht, spätestens nach der 2. verkauften CD ist Schluss. Dann hat das schon jeder im Internet gelesen, dass die Schmu gemacht haben. Außer Dieter Bohlen schafft das keiner.
Daraus ergibt sich auch die Berechtigung eines post mortem Schutzrechts. Ein Software-Unternehmer kann seine Firma und den Code für eine lump sum verkaufen und in Rente gehen (vorausgesetzt, er ist ein Software-Rockstar und nicht ein Software-Fritzchen). Er kann das Vermögen seinen Kindern vermachen. So machen das die weniger beliebten Software-Unternehmer wie Bill Gates oder Steve Jobs (bei manchen doch auch unbeliebt) genau wie die beliebteren wie z.B. Andy Bechtolsheim.
Beethoven konnte das nicht, Regener kann das nicht und sogar Effenberger kann das nicht. Beethoven lebte teils von Apanagen seiner fürstlichen Fans, teils vom Verkauf von Notenblättern. Seinen Erben blieben nur noch die Notenblätter ohne post mortem Schutzrecht. Damals gab es keine Abspielgeräte, also konnten andere Musiker davon leben, Beethovens Blätter zu kaufen und die Musik selbst darzubieten (eine Darbietung ist fast so was wie ein Werkvertrag). Heute verkaufen Musiker auch Notenblätter an Musikschulen und Kindergärten, aber eben auch CDs oder Downloads. Ihren Erben bleiben die Rechte an den Songs dank post mortem Schutzrecht. Heute leben andere Musiker davon diese Songs auf Dorffesten darzubieten und sie bezahlen für die Notenblätter bzw. das Recht das zu tun. Es leben auch Menschen in den Verlagen, Musikfirmen, Fernsehsendern, Radiosendern und Achtung bei Internet-Radios und legalen Downloadportalen davon, diese Songs zu vermarkten, zu verkaufen, Plattencover dafür zu gestalten und sie abzuspieln.
Ein Künstler ist also doof, wenn er 95% seiner Rechte an einen Verwerter abtritt damit er sich auf seine Kunst konzentrieren kann und was gutes dabei raus kommt und damit seine Kinder versorgt sind, auch wenn er mal nicht mehr selbst “die Leute überzeugen kann ihm Geld zu geben”? Ich denke nicht, ich finde das vollkommen vernünftig. Er macht was er am besten kann, und lässt andere machen was sie gut können. Und er lebt davon.
Doof, nein eher naiv und unlogisch ist es dagegen zu behaupten, das heute nicht verboten sein kann was man vor 30 Jahren schon gemacht hat nur weil es jetzt im Internet passiert und nicht auf dem Schulhof. Ich rede hier von dem unseligen Kassetten-Radiomitschnitt-Überspiel-Mixtape-Vergleich. Das war damals schon nicht wirklich legal, ist es heute auch nicht und nur weil der Regener das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gemacht hat ist das einfach kein Argument für unlimitiert und komplett kostenlose Downloads für alle.
Das Käsedressing: der Stil der Debatte und immer wieder das Grundeinkommen, die Kulturflatrate und der Eigenverlag
Ein wenig enttäuscht war ich schon vom Auftreten des CCC, denn hier wird im Ton zwar wert auf den sprachlichen Schliff gelegt, aber doch immer gut und hart unter die Gürtellinie geboxt. Die Verwertungsgesellschaften seien “mit dem simplen Fakt” überfordert, das kopieren zu verhindern. Komisch: jeder Coder weiß, dass alles was digital ist, auch gehackt werden kann. Es gibt keinen endgültigen technischen Kopierschutz. Genau deshalb gibt es doch den rechtlichen Schutz. Nur weil mein Haus eine Vordertür hat, die aufgebrochen werden kann, ist es nicht jedem frei das zu tun, rein zu spazieren und sich zu bedienen (und mich dann noch zu verhöhnen, ich sei überfordert die Tür abzusperren). Dann die Kulturflatrate, der obligatorische Verweis auf Heveling (der halt noch Faktor 100 mal naiver war als die Tatort-Autoren und zu Recht zerfleischt wurde) und natürlich die Schmähung diverser Aussagen und Personenkreise als unsachlich, von gestern, und derlei mehr ohne das irgendwie sinnvoll vermitteln zu können warum denn eigentlich unsachlich und von gestern.
Überhaupt der Stil nahezu jeder Debatte im Netz ist unter aller Kanone. Das zeigt sich hier mal wieder in voller Pracht. Wo sich die Autoren von anspruchsvolleren Blogs (wie Netzpolitik) noch mit Formulierungen selbst zurück halten, trollen sich ihre Leser hemmungslos aus: Tatort sind ja eh “Gähnkrimis” und die Schauspieler verdienen zu viel (ehrlich?) und überhaupt was soll denn einer 25.000 Euro Honorar für eine Handlung bekommen, die sich in 2 Minuten erzählen ließe (alles “Quelle: Wikipedia” und “Quelle: Youtube”).
Dabei merken die Trolle nicht einmal in welches tiefe, gradezu schmerzhaft bodenlose Logik-Loch sie fallen. Einer merkt noch an, dass 51 Autoren zusammen 200 Folgen geschrieben haben und das wohl 5 Mio. Euro Gebührengeld gekostet haben mag (Kopfrechnen: 1+). Dass diese 200 Folgen aber über ziemlich genau 4 Jahre ausgestrahlt wurden (Liebe Kopfrechner: an Sonntagen, die auf einen Feiertag fallen kommt kein Krimi in der ARD) und ein Durchschnittsautor von diesen 51 - unter der Annahme das die 51 alle zuletzt noch aktive Tatort-Schreiber sind - somit pro Jahr grade so eine Folge abgeliefert haben mag… und er somit 25.000 Euro pro Jahr für seine Arbeit bekommt fällt mal sang und klanglos hinten runter. Gut, 25.000 Euro klingt erstmal mehr als das “bedingungslose Grundeinkommen” (18.000 Euro) aber so irrsinnig viel ist es nicht. Erst recht nicht für studierte Menschen mit 20+ Berufsjahren (“Alte-Leute-Fernsehen”) und Familie. Ich hoffe sehr, dass die Tatortautoren auch noch eine Traumschifffolge in einem Arbeitsjahr unterbringen. Nach Steuern, privater Krankenversicherung und Künstlersozialkasse bleibt nämlich von 25.000 Euro weniger übrig als das famose Grundeinkommen.
Überhaupt, das Grundeinkommen. Wie kommt man eigentlich auf die Idee, dass es unserer Gesellschaft gut täte, wenn jeder wie er da steht und sitzt einfach so 1.500 Euro monatlich bekommen soll. Woher kommt die Vorstellung, dass dies der kreativen Entfaltung diene und den Menschen von der Last des Fleisches befreit zur vollen Blüte brächte. Ich jedenfalls würde dann nicht mehr arbeiten gehen sondern mir ein Häuschen auf dem Land kaufen (Kredit kein Problem, da festes Einkommen und unkündbare Stellung!), jeden Monat einen Internetanschluss und die GEZ bezahlen und ansonsten schön im Garten ein paar Bierchen trinken. Ich fürchte ich bin nicht der einzige und dann bleibt die Frage, wer das letztlich finanziert. In der DDR hat das die Partei getan mit bekanntem Ausgang. Ich glaube nicht, dass die Plattenindustrie das finanziert, die Verlage auch nicht und die anderen prä-digitalen Branchen wohl auch nicht.
Dann kommt noch der Eigenverlag (direkt mit Amazon bei Effenberger) oder via Flattr beim CCC. Komisch nur, dass es immer die obskuren Blogs sind, die einen Flattr Button haben. Die anderen haben den schnell wieder abgeschafft. Es kommt nämlich nichts dabei rum. Das dies beim CCC eigenen Gegenbeispiel anders sein soll, nehme ich zur Kenntnis. Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel. Eigenverlag… mach ich auch. Aber nur weil kein echter Verlag meine Werke bringen will und investieren will, dass sie verkauft werden. Ich bekomme, genau wie Effenberger 50-70% der Umsätze (netto). Kann ich 1x im Quartal ein Bier von trinken gehen. Aber ich bin selbst schuld, ich hätte mir ja mehr Mühe beim Schreiben geben können aber ich war eben auch zu beschäftigt mich zu verkaufen. Davon leben kann man nicht wirklich, und schon gar nicht auf Dauer.
Von dem restlichen Quatsch in dieser Soße, insbesondere von Digital Natives und Immigrants wollte ich eigentlich gar nicht erst anfangen. Aber es muss doch sein:
- Man sollte man sich mal fragen: wer hat das Netz denn gebaut? Die Digital Natives? Muhahahahaa…
- Eine andere in letzter Zeit vermehrt wieder auftretende Formulierung in diesem Zusammenhang “… brabbel brabbel haben das Netz nicht verstanden und brabbel die alten Grundsätze gelten nicht mehr…” erinnert mich auch erschreckend an 1999 als dieses gebrabbelte Mantra das die alte Ökonomik nicht mehr gilt schon mal für Unheil gesorgt hat. Ich bin alt genug, mich daran zu erinnern.
- Der Stil, siehe oben, wie einige auch und grade bei den Piraten und beim CCC ideologisch drauf hauen, das aufdecken der eigenen (Un-)Logik mit Flames bestrafen und andere Meinungen nicht zulassen erinnert mich erschreckend an die DDR. Das habe ich erst gemerkt als der CCC die Linke so gelobt hat.
Gute Nacht
Nun schlafe ich schon besser, zumindest für mich selbst habe ich das mal sortiert und mir einen Standpunkt erarbeitet, der zumindest logisch und solide ist. Er ist veränderbar soweit neue Informationen und sinnvoll vorgebrachte neue Argumente und Ideen kommen.
Daher meine Bitte an alle Beteiligten: Lasst doch diese Pseudo-Gräben zu geschüttet. Wir sind alle Netzgemeinde und alle Menschen. Wir wollen leben und für unsere Arbeit bezahlt werden. Wenn wir Essen kaufen, bezahlen wir doch auch dafür. Wenn wir Musik und sonstige geistige Werke konsumieren wollen, können wir es doch auch tun. Wenn wir sogar Geld damit verdienen (ja, Kim Schmitz, du bist gemeint; Sergey Brin und Larry Page, ihr auch) dann sollte uns der Anstand gebieten unsere Vorleister anständig zu bezahlen. Wenn wir Software bauen lassen, dann tun wir das ja auch. Und das ist auch egal, ob wir ein Kindergarten sind (die Fruchtzwerge werden ja auch nicht im Supermarkt gemopst), ein schuldengefährdeter Teenager (Handy?) oder ein CDU-Politiker oder ein Internet-Unternehmer. Genauso könnten die Rechteinhaber natürlich auch mal auf dem Teppich bleiben und einfach freundlich fragen, ob es nicht aufgefallen ist, dass man ein geschütztes Foto benutzt und fragen, ob man damit was verdient hat und bereit ist was abzugeben. Oder zumindest eine normale Rechnung schreiben. Vor allem die Anwälte könnten auf dem Teppich bleiben mit ihren teilweise extremen Forderungen.
Es nervt mich ja auch, dass ich mir ständig Rechtesorgen machen muss in meinem Berufsleben. Das lässt sich egal wie aber auch nie ganz vermeiden. Ich käme aber nie auf die Idee eine Flatrate zu fordern oder sogar das Urheberrecht ganz abzuschaffen.